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          Privall

Ich war in der Gegend um Hamburg, und wollte zumindest einen Tag mal an die Ostsee. Ohne die entsprechenden Ortskenntnisse, auf gut Glück ging es vom Hamburger Hauptbahnhof mit dem Regionalexpress in etwa 45 Minuten nach Lübeck, und von dort in weiteren 25 min nach Travemünde.

Der Strandbahnhof liegt, man glaubt es kaum, tatsächlich nur fünf tm-strand-klein05Gehminuten vom Strand entfernt.

Schon von weitem sind die Standkörbe am Hauptstrand zu sehen, die sich, kleinen Hütten gleich, aneinander reihen.

Die Strände sind bewacht, überall stehen deshalb Automaten herum, an denen der Badegast eine Strandkarte lösen muss. Drei Euro Tageskarte für den Hauptstrand am Festland, Strandkorb muss extra gemietet werden wer einen will, und ein Euro für den Aufenthalt auf dem Strand am Priwall.

An der Strandpromenade ging es zunächst an den üblichen Läden vorbei, Klamotten für den spontanen Einkauf, Eis, Kaffee und Kuchen und viele Dinge die die Welt nicht braucht, den üblichen Kitsch den es an jedem Andenkenladen zu kaufen gibt.

Nur eines gab es fast nirgends: Kleingeld, das ich nicht hatte und sowohl für den Strandkartenautomaten brauchte, als auch für die Fähre. Das wechselte mir dann der freundliche Türke im Lebensmittelladen. Meinem Ausflug zum Privall, und dem dortigen Nacktbadestrand, stand nun nichts mehr im Weg.tm-bucht_0156-klein02

Der Preis für die Fähre ist bescheiden – 1,20 für die Hin- und Rückfahrt, die jeweils ein paar Minuten dauert und eine sehr schöne Aussicht bietet.

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Auf der anderen Seite dann Sonne, Sand und Meer – ein Naturstrand der sich tatsächlich endlos lang zieht. Feiner Sand, soweit das Auge reicht, vermischt mit Muschelsplittern. Etwas weiter vom Ufer entfernt spärlicher Bewuchs mit Gräsern und Boden deckenden Pflanzen, die der salzhaltigen Luft trotzten.

Erst mal zog ich nur meine Schuhe und Socken aus, wanderte direkt am Ufer entlang, liess meine Füsse von der Brandung umspülen. Zunächst ein Stück am offiziellen Hundestrand, später am Textilstrand. Wobei es die Leute hier nicht so genau nehmen. Deshalb entledigte ich mich auch den restlichen Kleidungstücken, und suchte nach einem geeigneten Platz für meine Sachen.

tm_nixe-1-0167-2008-07-02-k02Sonnenmuschel oder –Schirm ist ein muß, wenn ihr euch nicht selber grillen wollt. Bei mir haben dreissig Minuten schon gereicht, daß ich rot wie ein Krebslein war. Das schlimme, man merkt es ja nicht gleich, wenn man amWasser ist. Die frische Brise streift kühlend über die von der Sonne verbrannte Haut.

Der Strand führt sacht ab ins Meer, es dauert ziemlich lange bis ihr nicht mehr stehen könnt. tm-qualle_0180-klein03

Allerdings solltet ihr nicht zu empfindlich sein, gerade im Uferbereich gibt es schon auch mal größere Kiesel die an den Füssen kribbeln, dazu Quallen und Seetang ohne Ende.

Angenehme 19 Grad bei einer Lufttemperatur von 29 Grad im Schatten, zunächst einmal kommt einem das sehr kalt vor. Witzig dabei war es zu sehen, daß die Frauen deutlich mutiger waren als die Männer, von denen manch einer nur den Zeh ins Wasser steckte und dann entschied „lieber doch nicht“. Erst mal drinnen, war es herrlich, gegen die Brandung zu schwimmen, und dann, weiter draußen, auf den Wellen treiben zu lassen.

nordermole-travemuende-kleiSpäter, auf dem Rückweg zum Strandbahnhof, machte ich noch einen Abstecher zur Nordermole, vorbei an dem nackigen steinernen Mann, der wie mir scheint, sehnsüchtig auf den Priwallstrand blickt. Genau dort hin, wo ich noch vor kurzem Sonne und Meer auf nackter Haut genossen hatte

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